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Klimaservice am Auto: Wie oft nötig und was er kostet
Ein Klimaservice sollte jährlich erfolgen, spätestens alle zwei Jahre. Eine Klimaanlage verliert bis zu 15 Prozent ihres Kältemittels pro Jahr. Je nach Kältemittel liegen die Kosten am Markt zwischen etwa 80 Euro für R134a und rund 250 Euro für R1234yf bei neueren Fahrzeugen.
Wie oft sollte die Klimaanlage gewartet werden?
Einmal im Jahr ist die Empfehlung, spätestens nach zwei Jahren sollte es sein. Der Grund ist bauartbedingt: Eine Fahrzeugklimaanlage ist kein geschlossenes System im strengen Sinn. Über Schläuche und Dichtungen entweicht ständig etwas Kältemittel, bis zu 15 Prozent pro Jahr.
Das merkt man lange nicht. Die Anlage kühlt schwächer, aber so allmählich, dass es kaum auffällt. Erst wenn zu wenig Kältemittel im System ist, wird es kritisch: Das Öl, das im Kältemittel mitschwimmt, schmiert den Kompressor. Fehlt Kältemittel, fehlt Schmierung – und ein Kompressorschaden kostet ein Vielfaches des Services.

R134a oder R1234yf: welches hat mein Auto?
Die Faustregel geht nach dem Baujahr. Fahrzeuge mit einer Typgenehmigung ab 2011 beziehungsweise Erstzulassung ab 2017 fahren mit R1234yf. Ältere Fahrzeuge nutzen R134a.
Sicher wissen Sie es über den Aufkleber im Motorraum. Dort stehen Kältemittelart und Füllmenge. Die beiden Mittel dürfen nicht gemischt werden, und die Servicegeräte sind unterschiedlich – deshalb kann nicht jede Werkstatt beides.
| R134a | R1234yf | |
|---|---|---|
| Typische Fahrzeuge | bis ca. Erstzulassung 2016 | ab ca. Erstzulassung 2017 |
| Materialpreis je kg (Markt) | ca. 10 – 12 € | ca. 50 – 80 € |
| Servicepreis (Markt) | ca. 80 – 150 € | ca. 150 – 250 € |
Warum R1234yf teurer abgerechnet wird
Der Unterschied liegt fast vollständig im Material. R1234yf kostet ein Vielfaches von R134a, weil es aufwendiger herzustellen und patentrechtlich geschützt ist. Eingeführt wurde es aus Umweltgründen: Es baut sich in der Atmosphäre deutlich schneller ab.
Dazu kommt, dass R1234yf brennbar ist. Das erfordert andere Servicegeräte und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen bei der Handhabung.
Woran merke ich, dass ein Service fällig ist?
- Die Kühlleistung lässt nach, besonders im Stand oder bei niedriger Drehzahl
- Die Scheiben beschlagen im Winter langsamer als früher, weil die Klimaanlage mit entfeuchtet
- Aus den Düsen kommt ein muffiger Geruch
- Der Kompressor schaltet hörbar häufiger ein und aus
- Der letzte Service liegt länger als zwei Jahre zurück
Der muffige Geruch hat eine eigene Ursache: Am Verdampfer kondensiert Wasser, dort siedeln sich Bakterien und Pilze an. Dagegen hilft kein Nachfüllen, sondern eine Desinfektion und meist ein neuer Innenraumfilter.
Was beim Klimaservice passiert
Der Ablauf ist in mehreren Schritten festgelegt. Zuerst wird das vorhandene Kältemittel abgesaugt und gewogen. Schon das ist eine Diagnose: Wenn statt 500 Gramm nur 200 herauskommen, gibt es eine Undichtigkeit, die gesucht werden muss.
Danach wird das System evakuiert, also unter Vakuum gesetzt. Dabei zeigt sich, ob es dicht hält. Anschließend kommen frisches Öl, Kältemittel und je nach Bedarf UV-Kontrastmittel hinein, mit dem sich Leckagen später leichter finden lassen. Zum Schluss wird die Kühlleistung gemessen.
Die Klimaanlage im Winter einschalten?
Ja, und zwar regelmäßig. Das klingt widersinnig, hat aber zwei gute Gründe.
Erstens entfeuchtet die Klimaanlage die Luft. Beschlagene Scheiben werden mit eingeschalteter Klimaanlage deutlich schneller frei, gerade bei nasskaltem Wetter. Zweitens braucht der Kompressor Bewegung: Läuft er monatelang nicht, trocknen die Dichtungen aus und Kältemittel entweicht schneller.
Empfehlenswert ist, die Anlage auch im Winter etwa alle zwei Wochen für zehn Minuten laufen zu lassen. Die meisten modernen Fahrzeuge machen das in der Automatikstellung ohnehin selbst.
Der Innenraumfilter wird oft vergessen
Der Innenraum- oder Pollenfilter sitzt vor dem Verdampfer und hält Staub, Pollen und Ruß zurück. Ist er zugesetzt, kommt weniger Luft durch – die Klimaanlage kühlt schlechter, die Scheiben beschlagen stärker und das Gebläse wird lauter.
Der Filter gehört einmal jährlich gewechselt, bei viel Stadtverkehr oder Landstraßen mit Pollenflug auch häufiger. Aktivkohlefilter binden zusätzlich Gerüche und Stickoxide. Beim Klimaservice schauen wir ihn uns ohnehin an, weil er direkt mit der Kühlleistung zusammenhängt.
Warum sich der Termin im Frühjahr lohnt
Ab dem ersten warmen Wochenende merken alle gleichzeitig, dass die Klimaanlage nicht mehr richtig kühlt. Im Mai und Juni sind die Termine entsprechend knapp.
Wer im Februar oder März kommt, hat freie Auswahl und geht in den Sommer mit einer geprüften Anlage. Praktisch ist auch die Kombination mit dem Räderwechsel im Frühjahr – dann steht das Auto ohnehin bei uns.
Wir prüfen zuerst auf Undichtigkeiten und füllen dann auf. Rufen Sie an unter 0155 651 997 41 oder nutzen Sie das Rückruf-Formular.


