Bei der Achsvermessung messen wir Spur, Sturz, Nachlauf und Spreizung an beiden Achsen und stellen sie auf die Herstellerwerte ein. Das gehört nach jedem Fahrwerksteil, nach einem harten Bordsteinkontakt und immer dann, wenn das Auto zieht oder die Reifen einseitig ablaufen. Sie bekommen ein Protokoll mit den Werten vorher und nachher.
Was 5D gegenüber älteren Verfahren bringt
Klassische Achsmessgeräte arbeiten mit vier Messköpfen an den Rädern und erfassen Spur und Sturz. Ein 5D-Messstand nimmt zusätzlich die Bewegung des Fahrzeugs über den Messvorgang auf und rechnet Fahrwerkslasten mit ein. Das Ergebnis ist genauer und schneller da, weil weniger nachgemessen werden muss.
Praktisch heißt das: Das Auto rollt auf den Messstand, die Kameras erfassen die Zielmarken an den Rädern, und nach wenigen Minuten stehen alle Werte auf dem Bildschirm: Ist-Wert neben Soll-Wert, grün oder rot.

- Spur: stehen die Räder parallel oder zeigen sie nach innen oder außen? Der häufigste Fehler und die häufigste Ursache für sägezahnförmigen Reifenverschleiß.
- Sturz: die Neigung des Rades zur Senkrechten. Zu viel negativer Sturz frisst die Innenschulter des Reifens.
- Nachlauf: bestimmt, wie stark das Lenkrad von selbst in die Mitte zurückläuft.
- Spreizung: zusammen mit dem Nachlauf verantwortlich für den Geradeauslauf.
- Achsversatz und Spurdifferenzwinkel: zeigen, ob eine Achse verzogen ist.
Wann eine Achsvermessung fällig ist
Es gibt kein Intervall wie beim Ölwechsel. Fällig wird die Vermessung immer dann, wenn sich am Fahrwerk etwas geändert hat oder das Fahrverhalten auffällt.
- Das Auto zieht spürbar nach links oder rechts, obwohl der Luftdruck stimmt
- Das Lenkrad steht schief, wenn Sie geradeaus fahren
- Ein Reifen läuft einseitig ab, innen oder außen deutlich stärker als in der Mitte
- Nach dem Wechsel von Spurstangen, Traggelenken, Federbeinen oder Querlenkern
- Nach einem Unfall, auch bei kleinem Blechschaden
- Nach einem harten Schlagloch oder Bordsteinkontakt
- Beim Umstieg auf ein Tieferlegungsfahrwerk oder andere Radgrößen
Was eine verstellte Spur kostet
Ein Vorderreifen der Größe 205/55 R16 kostet je nach Marke zwischen 70 und 140 Euro. Bei falscher Spur ist er statt nach 40.000 Kilometern schon nach 15.000 herunter, und zwar beide Vorderreifen. Der Kraftstoffverbrauch steigt messbar, weil die Räder gegeneinander arbeiten.
Dazu kommt der Punkt, der sich schlechter in Euro fassen lässt: Ein Fahrzeug mit verstellter Achse bremst nicht mehr sauber geradeaus. Auf nasser Fahrbahn merkt man das erst, wenn es darauf ankommt.
Wie Sie das Messprotokoll lesen
Auf dem Ausdruck stehen pro Rad mehrere Winkel, jeweils der gemessene Wert, der Sollwert des Herstellers und die zulässige Toleranz. Grün heißt innerhalb, rot außerhalb. Drei Zeilen sind für Sie interessant:
- Gesamtspur: die Summe beider Räder einer Achse. Ein positiver Wert heißt Vorspur, die Räder zeigen vorne zueinander.
- Sturz links gegen rechts: eine Differenz zwischen beiden Seiten zieht das Fahrzeug zur Seite mit dem positiveren Sturz.
- Spurdifferenzwinkel: verrät, ob eine Achse verzogen ist. Hier hilft kein Einstellen, sondern nur Instandsetzung.
Nicht jeder rote Wert lässt sich beheben. Bei Verbundlenkerachsen ist hinten meist nichts einstellbar, bei manchen Fahrzeugen auch der Sturz vorne nicht. Dann sagen wir Ihnen, ob ein Korrekturteil möglich ist oder ob der Wert toleriert werden kann.
Ablauf und Dauer
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01
Vorprüfung
Bevor gemessen wird, prüfen wir Reifendruck, Profil und das Spiel im Fahrwerk. Ein ausgeschlagenes Traggelenk lässt sich nicht wegjustieren.
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02
Messung
Das Fahrzeug rollt auf den Messstand, die Zielmarken kommen an die Räder, die Kameras erfassen alle Winkel an beiden Achsen.
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03
Abgleich
Die Ist-Werte stehen neben den Sollwerten des Herstellers. Sie sehen auf einen Blick, was außerhalb der Toleranz liegt.
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04
Einstellen
An Spurstangen und Exzentern korrigieren wir, was verstellbar ist. Nicht jedes Fahrzeug lässt an der Hinterachse Einstellungen zu, dann sagen wir das.
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05
Protokoll
Sie bekommen den Ausdruck mit den Werten vorher und nachher. Bei einer Reklamation gegenüber Dritten ist das ein belastbares Dokument.
Eine reine Vermessung mit Einstellung an der Vorderachse dauert etwa eine Stunde. Kommt die Hinterachse dazu oder muss vorher ein Fahrwerksteil gewechselt werden, planen Sie einen halben Tag ein.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man die Achse vermessen lassen?
Es gibt kein festes Intervall. Sinnvoll ist eine Vermessung nach jedem Eingriff ins Fahrwerk, nach einem Unfall und immer dann, wenn das Auto zieht oder ein Reifen einseitig abläuft. Viele Fahrer lassen alle zwei bis drei Jahre einmal kontrollieren.
Reicht es, nur die Vorderachse einstellen zu lassen?
Meistens nicht. Die Hinterachse gibt vor, worauf sich die Vorderachse ausrichtet. Wir messen deshalb immer beide Achsen. Einstellen lässt sich hinten je nach Fahrzeug mehr oder weniger, bei Verbundlenkerachsen oft gar nichts.
Mein Lenkrad steht schief, aber das Auto fährt geradeaus. Ist das schlimm?
Es ist ein deutliches Zeichen für eine verstellte Spur. Das Fahrzeug gleicht die Abweichung über die Lenkradstellung aus, die Räder stehen dabei trotzdem falsch. Der Reifenverschleiß läuft weiter.
Kann jede Werkstatt 5D vermessen?
Nein, dafür braucht es einen entsprechenden Messstand. Wir haben ihn im Haus, deshalb kommen auch Kunden aus Kaditz, Mickten, Radebeul und der Neustadt für die Vermessung zu uns.
Kommen Sie zur Vermessung vorbei. Sie sehen die Werte auf dem Bildschirm, bevor wir irgendetwas verstellen. Rufen Sie an unter 0155 651 997 41 oder nutzen Sie das Rückruf-Formular.

