Wir wechseln Räder und Reifen, wuchten aus und lernen das Reifendruck-Kontrollsystem an. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern, sinnvoll sind bei Winterreifen 4 und bei Sommerreifen 3 Millimeter.
Was wir am Rad machen
- Räderwechsel: kompletter Satz von Sommer auf Winter und zurück, mit Drehmomentschlüssel angezogen
- Reifenmontage: neue Reifen auf vorhandene Felgen ziehen, Ventile erneuern
- Auswuchten: jedes Rad einzeln auf der Maschine, damit nichts flattert
- RDKS anlernen: bei allen Fahrzeugen ab November 2014 Pflicht, Sensoren prüfen und neu einlesen
- Reifenprüfung: Profiltiefe an mehreren Stellen, DOT-Alter, Risse in der Flanke, Beulen

Wann Reifen runter müssen
Gesetzlich sind 1,6 Millimeter Restprofil vorgeschrieben, gemessen im mittleren Bereich der Lauffläche. Diese Grenze ist ein Mindestmaß und keine Empfehlung. Ein Winterreifen mit 2 Millimetern hat auf Schnee praktisch keinen Grip mehr, und auch ein Sommerreifen verliert bei Nässe schon deutlich früher.
| Wert | Sommerreifen | Winterreifen |
|---|---|---|
| Gesetzliches Minimum | 1,6 mm | 1,6 mm |
| Praktische Grenze | 3 mm | 4 mm |
| Alter zum Tausch | 6 bis 8 Jahre | 6 bis 8 Jahre |
| Prüfen | vor jeder Saison | vor jeder Saison |
Neben dem Profil zählt das Alter. Die DOT-Nummer auf der Flanke nennt Woche und Jahr der Herstellung: „3621“ heißt 36. Woche 2021. Ab etwa sechs Jahren härtet die Mischung aus, der Reifen wird auf nasser und kalter Fahrbahn deutlich schlechter, auch wenn das Profil noch gut aussieht.
RDKS: was das System will
Alle Pkw, die ab dem 1. November 2014 erstmals zugelassen wurden, brauchen ein Reifendruck-Kontrollsystem. Bei den meisten Fahrzeugen sitzt in jedem Rad ein Sensor, der Druck und Temperatur funkt. Nach jedem Radwechsel müssen die Sensoren dem Steuergerät neu zugeordnet werden, sonst leuchtet die Warnlampe.
Wir lernen die Sensoren nach dem Wechsel an und prüfen dabei gleich die Batteriespannung. Sensorbatterien halten typischerweise sieben bis zehn Jahre und lassen sich nicht tauschen, dann wird der ganze Sensor fällig. Eine leuchtende RDKS-Lampe ist bei der HU ein Mangel.
Was auf der Reifenflanke steht
Eine Bezeichnung wie 205/55 R16 91V liest sich so: 205 Millimeter Breite, 55 Prozent davon als Flankenhöhe, Radialbauweise, 16 Zoll Felgendurchmesser. Die 91 ist der Lastindex, das V der Geschwindigkeitsindex, hier bis 240 km/h.
Beide Indizes müssen mindestens den Werten aus der Zulassungsbescheinigung entsprechen. Bei Winterreifen darf der Geschwindigkeitsindex niedriger sein, dann gehört allerdings ein Hinweisschild ins Sichtfeld des Fahrers.
- Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke), seit Oktober 2024 zwingend für Winterreifen, M+S allein reicht nicht mehr
- DOT-Nummer: vierstellig, Woche und Jahr der Herstellung
- EU-Reifenlabel: Rollwiderstand, Nasshaftung und Rollgeräusch, jeweils in Klassen
- XL oder Reinforced: verstärkte Ausführung, bei schweren Fahrzeugen oft vorgeschrieben
Termine im Frühjahr und Herbst
Zwischen Anfang März und Mitte April sowie zwischen Ende September und Anfang November wollen alle gleichzeitig. In diesen Wochen sind wir voll, und kurzfristig geht selten etwas. Wer zwei bis drei Wochen vorher anruft, bekommt den Wunschtermin.
Die alte Faustregel „von O bis O“, von Oktober bis Ostern, ist kein Gesetz, aber ein brauchbarer Anhaltspunkt für die Terminplanung. Entscheidend bleibt das Wetter, nicht der Kalender.
Häufige Fragen
Wie viel Profil brauchen Winterreifen wirklich?
Gesetzlich 1,6 Millimeter, praktisch mindestens 4. Unter 4 Millimetern verliert ein Winterreifen auf Schnee und Matsch deutlich an Grip. Der ADAC und die meisten Reifenhersteller nennen dieselbe Grenze.
Muss ich nach dem Radwechsel die Radschrauben nachziehen?
Wir ziehen mit dem Drehmomentschlüssel auf den vorgeschriebenen Wert an. Ein Nachziehen nach 50 bis 100 Kilometern ist trotzdem der sichere Weg, besonders bei Alufelgen. Kommen Sie vorbei, das machen wir kurz zwischendurch.
Kann ich Ganzjahresreifen fahren?
Können Sie, wenn sie das Alpine-Symbol tragen. Sie sind ein Kompromiss: auf Schnee schlechter als Winterreifen, bei Hitze schlechter als Sommerreifen. Für Fahrer mit wenig Kilometern im Stadtgebiet ist das oft vertretbar, für Vielfahrer und Bergstrecken nicht.
Lagern Sie meine Räder über die Saison ein?
Nein, eine Einlagerung bieten wir nicht an. Sie nehmen Ihren zweiten Satz nach dem Wechsel wieder mit. Zu Hause gehört er kühl, trocken und dunkel hin, dann übersteht das Gummi die Saison ohne Schaden.
Rufen Sie zwei bis drei Wochen vor dem Saisonwechsel an, dann bekommen Sie den Termin, der Ihnen passt. Rufen Sie an unter 0155 651 997 41 oder nutzen Sie das Rückruf-Formular.

